Paradies III
2025-2026
42cm x 30cm | 35mm Analogfotografie digital entwickelt, Digitalprint
Paradies III (2025-2026) wirkt nostalgisch, verträumt und lädt dazu ein, in Erinnerungen zu schwelgen. Diese Arbeit ist eine von insgesamt drei Arbeiten, die aus vergessenem, abgelaufenem Filmmaterial entstanden ist. Es wird analoger Film mit digitalen Entwicklungstechniken kombiniert, beides hinterlässt seine eigenen Spuren auf dem Bild.
Pastellige Farben und weiche Konturen, ein blauer Himmel, im Vordergrund der Horizont mit Bäumen, die unscharf, und violett verfärbt sind. Von rechts drängt sich eine orangene Verfärbung wie eine Wolke in das Bild, gerahmt wird das Bild von farbigen Streifen, es bleibt unklar, ob sie analog oder digital entstanden sind.
Inhaltlich und prozessual beschäftigt sich Paradies III mit Vergessen, Erinnerung und Neubeginn, wenn auch nicht zwingend in dieser Reihenfolge. Wir sehen einen neuen Blick, durch (buchstäblich) alte Optik, welche sich mal homogen, mal heterogen mit digitalen Einflüssen mischt. Die Nostalgie wird hier künstlich geschaffen, durch bewusst provozierte Fehler. Abgelaufener Film und überdrehte Farbregler schaffen ein Gesamtbild, welches zugleich sehr unrealistisch erscheint und trotzdem ehrlich wirkt, ohne tatsächlich ehrlich zu sein.
Paradies III ist keine “echte” Erinnerung. Es ist nicht das, woran es uns erinnert, es ist nur der Wegweiser zu unseren eigenen Erinnerungen. Entstanden aus einem vergessenen Film und einem Neubeginn durch den Entwicklungsprozess, weckt Paradies III Erinnerungen, ohne einen Bezug zu seinen Betrachtenden zu haben, oder klare Referenzen zu zeigen. Paradies III richtet sich an das kollektive Gedächtnis und dessen Assoziationen zu Nostalgie und Erinnerungen. So wird Paradies III zu einer persönlichen Projektionsfläche, die ihren Betrachtenden immer unterschiedliche Bilder zeigt.